Roquettsche Höhere Töchterschule

Mein erstes großes Haus ist fertig: Die Roquettsche Höhere Töchterschule.

Höhere Töchterschulen ermöglichten auch den Mädchen des 19. Jahrhunderts eine umfangreiche Bildung zu erhalten. Sie waren die Vorläufer der Mädchengymnasien, häufig auch privat geführt als Mädchenpensionate. Das Roquettsche private Lehrerinnenseminar wurde 1871 in Lübeck gegründet und diente der Ausbildung von Mädchen zu Lehrerinnen, welche dann wiederum die Befähigung zum Untericht an mittleren oder höheren Mädchenschulen erhielten.

Für das Mädchenpensionat habe ich das Playmobil  Set „Romantisches Puppenhaus“ Modell 5303 verwendet. Das Modell gefällt mir nicht so gut wie die Häuser aus der Serie 1900 aus dem Jahr 1989. Es ist aus Sytem-X-Teilen gebaut und sieht dadurch einfach nicht so hochwertig aus. Die hellrosa Farbe habe ich verändert und ein dunkles Apricot gewählt. An der Außenfassade wurden die Fenster weiß lackiert, goldfarben bemalt und weiße Säulen aus dem Prinzessinnenschloss hinzugefügt.

Die Inneneinteilung ist nahezu unverändert. Nach dem Betreten des Hauses gelangt man in den Empfangssalon, der schon modern mit Telefon ausgestattet ist. Daneben befindet sich eine gut ausgestattete Küche, die sowohl Mädchen als auch Angestellte mit Essen versorgt. Vorwiegend gab es Suppen, Gemüse, wenig Fleisch. Das Essen war in Wirklichkeit auf das Nötigste begrenzt. Der Speisesaal im ersten Stock ist sicher etwas oppulenter ausgestattet als es damals für derartige Einrichtungen üblich war. Im Klassenzimmer des zweiten Stocks findet der Unterricht statt. Geschrieben wird mit Tinte aus kleinen Tintenfässchen. Ordnung und Disziplin waren selbstverständlich und Bildung für Frauen ohnehin ein großes Privileg. Unter dem Dach befindet sich für die internen Bewohnerinnen ein eher spartanisch eingerichteter Schlafsaal mit Doppelbetten. Mitgenommen wurde von zu Hause nur das Nötigste in einem kleinen Koffer. Die Badaussstattung ist hingegen für damalige Verhältnisse schon wieder recht luxuriös. Das Modell ist insgesamt mit schönen Jugendstil-Details ausgestattet und bringt etwas Abwechslung in die doch sehr ähnlichen Häuserfronten des Modells 5300.

Mein Haus ist keine Kopie, es wurde inspiriert durch das Mädchenpensionat von Fräulein Reimar im 1885 erschienenen Roman „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden.

Bitte auf die Bilder klicken, dann erscheinen sie in guter Qualität!